Mausoleum von Chodscha Danijar


Die Gruft des Heiligen Chodsha Danijar (wie Moslems ihn nennen) oder des biblischen Propheten Daniil (so nennen Christen ihn) oder Daniel - einen von vier großen jüdischen Propheten, befindet sich neben dem Fluss Siab, zwischen den Afrasiab-Hügeln. Dieser ergreifende Ort, wo Ruhe und tiefster Frieden herrscht, ist einerseits wie Begräbnis des heiligen Menschen bekannt, und andererseits ist dafür berühmt, dass man bis jetzt streitet, wessen Körper in diesem Mausoleum ruht. Aber auf jeden Fall sind alle von einem überzeugt: jeder Besucher Samarkands ist verpflichtet die Gruft Chodsha Danijar zu besuchen, um dem Heiligen anzubeten.

Daniil, wessen Namen vom Jüdischen wie “Richter der Gott” oder “Gott mein Richter” übersetzt wird, war auf der Heiligen Erde Jerusalems im Jahre 603 vor unserer Zeitrechnung geboren. Er war ein Nachkomme der Zaren David und Solomon. Im Jahre 586 v.u.Z. war Israel von Nabuchodonosor ergriffen. Daniil zusammen mit anderen jungen Juden, die zur vornehmen Geburt zugehörig waren, wurde gefangengenommen und in Babylon gebracht. Hier war junger Daniil in die Schule bestimmt, in der Astrologie und Kunst der Traumdeutung zu den obligatorischen Fächer gehörten. Um von der Religion nicht abzuweichen, gelang es ihm die Erlaubnis zu bekommen, auf Fleischverzehr zu verzichten und Wein nicht zu trinken, anstatt sich nur an die vegetarische Kost zu halten.

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums hat Daniil in den Dienst in Zarenhof als Hofwürdenträger getreten. Hier wurde die besondere Gabe Daniils sofort bemerkt: er deutete die Träume, darunter Träume des Königs Nabuchodonosor ganz präzis. Dank diesem Talent hat der Zar zu seiner Dienstlaufbahn beigetragen: der Zar hat ihn einen der vertrauten Berater gemacht.

Auch nach der Eroberung Babylons ist er in Amt und Würden gestanden: Daniil wurde ein Berater der Nachfolger Nabuchodonosors - Darij und Kir. Doch war nicht alles so leicht: die Neider von den heidnischen Würdenträger haben Daniil vor Darij Midijsky verleumdet, und jener befahl den Propheten den Löwen zum Fraß vorzuwerfen. Aber der Gott war zu Daniil gnädig: kein Löwe ist zu ihm herangekommen. Als Darij seinen Fehler verstand, hat er die Verleumder denselben Versuch unterzogen - die Löwen haben sich auf die Würdenträger geworfen und haben sie zerfetzt. Während der Herrschaft Kirs war das Schicksal zu Daniil wieder wohlwollend: er blieb auf dem hohen Posten beim Hof und konnte dementsprechend die Lösungen des Herrschers beeinflussen. Auf solche Weise seinen Ratschlägen folgend hat Kir den Gefangenen Juden befreit.

Auf das dritte Jahr des Herrschens von Kir in Babylon bekommet Daniil die Offenbarungen über die Zukunft der Völker der Welt und schreibt das prophetische Buch, zu dem 14 Kapitel gehörten. Die Tatsache, dass das Buch in zwei Sprachen und zwar in Jüdischen und Mosaisch-Aramäischen geschrieben wurde, war der Grund für die anderen zu zweifeln, ob das Buch eigentlich von Daniil selbst geschrieben wurde. Aber aus den zahlreichen historischen Quellen ist es bekannt, dass Daniil in der Vollkommenheit beide Sprachen beherrscht habe. Die christlichen Theologen beteten Daniil an, die folgende Tatsache in Betracht ziehend, dass zugrunde der Lebensbeschreibung von Jesus Christus die Prophezeiungen des Propheten Daniil liegen.

Im Alter ist Daniil in die Stadt Susa gefahren, wo er seinen Lebensweg beendet hat und in Zarengruft beerdigt wurde. Es gibt folgender Volksglaube, dass der Geist Daniils die Stadt von allen Noten beschützt und das Wohlergehen bringt.

Aber auf welche Weise sind die Reliquien des Heiligen in Samarkand geraten? Es gibt mehrere Legenden, die das geheimnisvolle Erscheinen des Grabes des Heiligen in Samarkand erklären. Die bekannteste Sage lautet, dass das Erscheinen dieses schönen Mausoleums mit dem Wunsch Amir Timurs verbunden ist, dank der Protektion des Geistes Daniils Samarkand und seinen Bewohnern den Schutz und den Wohlstand zu geben. Während der nächsten Wanderung zu Kleinasien gelang es Tamerlan nicht Susa zu erobern. Die Theologen haben ihm erzählt, dass die Stadt mit den heiligen Reliquien Propheten Daniil geschützt war. Herrscher von Mawerannahr hat das Abkommen unterschrieben, dass er die Stadt in Ruhe lässt im Austausch gegen Erlaubnis die rechte Hand des Heiligen in die Heimat fortzubringen. Die Legende lautet, dass das Reliquien transportierende Pferd aufm Platz stehengeblieben ist, wie angewurzelt. Niemand konnte es von der Stelle bringen. Als das Pferd mit den Hinterfüßen ausschlug, ist ein Wunder geschehen: an dieser Stelle begann die Heilquelle von der Erde hervorzusprudeln. Später wurde die Entscheidung getroffen die Reliquien Daniils gerade hier, neben dem Fluss Siab zu begraben.

Laut anderer Version wurden die Reliquien nicht vom Pferd sondern vom Kamel transportiert. Als Karawane in Samarkand einging, sind die Kamele auf dem Ort, der genau Susa erinnerte, aufgestanden. Das war Vorzeichen: die sterbliche Hülle soll hier geruht werden. An diesem Tag von jener Seite, wohin das Kopfende des Sarkophags gerichtet wurde, begann die Quelle mit dem heiligen Wasser hervorzusprudeln. Doch muss es darauf hingewiesen werden, dass es keine Bestätigungen in den historischen Dokumenten gibt, ob Timur die Gräber des Propheten in Susa besuchte. Aber was bewiesen ist, dass die Reliquien Daniils in Konstantinopel unter Zarin Helena - lange vor der Wanderung Timurs nach Kleinasien ausgeführt waren.

Eine Menge der Geschichten ist auch mit der Länge des Grabes verbunden. Die Bedienten des Mausoleums umbauten die Gruft mehrmals, weil in besonders günstigen Jahren die Knochen des Heiligen wachsen. So auf heute ist das Grab 18 Meter lang geworden. Man sagt, dass die Hand Daniils solange wachsen wird, bis der ganze Planet damit umgeben wird. Erst dann wird ein Paradies auf Erden eintreten. Laut anderer Legende hat Tamerlan sich entschieden, die Gruft solcher Länge aufzubauen, damit die Feinde und die gierige Menschen die Reliquien nicht aufsuchen konnten.

Bevor Bau des Mausoleums war das Grab Daniils mit dem Flussstein abgedeckt, und am Kopfende standen heilige Stangen. 1900 wurde über dem Begräbnis die schönste Sechskuppelgruft von der Farbe des Pistazienbaumes errichtet, der neben ihm wuchs. Auf heute sind fünf von sechs Kuppeln erhalten geblieben.

Alle offiziellen Delegationen aus den Ländern mit verschiedener Konfession, die in Samarkand ankommen, besuchen unbedingt das Mausoleum des Propheten Daniil. Während der Feierlichkeiten des 125.Jubiläums der Taschkent Orthodoxen Diözese hat der Patriarch von Moskau und ganz Russland Aleksij II auch das Grab des Heiligen besucht und das Ritual der Weihung des Grabes und des Pistazienbaumes, der neben der Gruft mehr als 500 Jahre lang wächst, vollgezogen. Mit diesem Besuch ist noch ein Wunder verbunden. Seit langem ist der Baum neben Gruft vertrocknet, und sollte schon abgeholzt werden, aber im Frühling 1997, nach dem Ritual von Aleksij II im Herbst 1996, blühte der Baum auf. Viele Menschen befestigen auf die Baumäste des Pistazienbaumes die Stofffetzen um sich dabei etwas zu wünschen. Man sagt, dass sie wirklich in Erfüllung gehen.

Noch ein Wunder ist die Quelle, die aus dem Sockel des Mausoleums bricht. Das Eiswasser ist wohlschmeckend und heilsam, dazu verfügt auch über die merkwürdige Beschaffenheit nicht nur den Körper sondern auch die Seele zu heilen. Jeder, der Mausoleum besucht, soll unbedingt Wasser aus dieser Quelle probieren und sich waschen. Die Menschen glauben an die Kraft der heiligen Quelle und kommen hierher von ganzem Mittelasien, um das wundertätige Wasser zu trinken und ein bisschen von zauberhaftem Nektar mitzunehmen.

Neben dem Mausoleum werden die mohammedanischen Amulette verkauft. Die Menschen kaufen sie und bitten den im Mausoleum Lesenden „das Gebet auf das Amulett“ zum Wohl zu lesen. Ins Mausoleum muss man ohne Schuhe eintreten, weil drinnen alles mit den Teppichen und Kurpatscha ausgelegt ist. Man soll um das Grab, das mit grünem Samt mit der goldenen Stickerei an den Rändern bedeckt ist, schweigend drei Mal umgehen. Danach soll man sich setzen und der Aufseher verrichtet Gebet. Man sagt, falls der Aufseher während der Verrichtung des Gebets zufällig gähnt, werden jemandem aus den Betenden die Sünden verziehen.

Wie es schon früher erwähnt wurde, mit dem Mauseoleum, dessen Ruhe sogar der Vogelgesang nicht stört, ist eine Menge der Legenden verbunden. In einem davon wird es gesagt, dass nicht die Reliquien des Heiligen in Samarkand beerdigt sind, sondern der Staub vom Grab Daniils. Bekanntermaßen soll nach den Kanons des Islams die Beerdigung der Sterbenden unverzüglich sein und die Beunruhigung der Leichname der in Frieden Ruhenden ist nicht erlaubt. Als Moslem konnte Tamerlan sich nicht zulassen, den Teil der Leichname zu nehmen sogar für solch ein edles Ziel, wie das Gedeihen der Hauptstadt vom Imperium. Deshalb hat Timur die Erde vom Grab des Heiligen genommen und sie mit der samarkandischen Erde gemischt. Auf solche Weise wurde die Grabstätte gemacht, auf deren später das Mausoleum errichtet wurde.

Es gibt auch solch eine Sage, dass der Staub des Propheten aus Mosul in Samarkand in V−VI Jh. von den Auswanderern-Juden gebracht wurde. Das könnte eigentlich sein, doch dafür gibt es keine Bestätigung.

In "Kandija-i churd" (XVII Jh.) sind die Wörter Scheichs Chodsha Abdu-Darun gebracht, der in IX Jh. in Samarkand lebte. Er erzählt, dass der Prophet – geschickter Wahrsager – den Fluss Amudarja übergegangen und in Samarkand angekommen ist. Hier hat er sich eingerichtet und seinen Lebensweg beendet. Man nannte ihn Tabba nabi (Prophet Tabba). Laut "Kandija-i churd" existierte das Begräbnis des Heiligen in Samarkand vor vier-fünf Jahrhunderte vor Geburt von Tamerlan.

Laut einem anderen Werk "Samarija", das am Ende des XIX Jh. von arabischem Historiker Abu-Tohir Chodsha geschrieben wurde, ist es bekannt, dass in der Gruft nicht der Staub Daniils begraben ist, sondern die Leichname von Danijor - Kampfgenossen von Kussam ibn Abbas, Cousin des Propheten Muhammed. In Samarkand ist Kussam ibn Abbas mit dem Ziel angekommen den Islam unter dem Volk zu verbreiten. Die Nachfolger des Zoroastrismus verwundeten ihn mit Schwert, aber dem Gotteswillen ist er am Leben geblieben. Chodsha Danijor war sein nächster Mitkämpfer und ein sehr geehrter Mensch.

Das sind nur Versionen, Legenden und Vermutungen. Solange das Geheimnis des Grabes nicht gelüftet ist, werden am Mausoleum des heiligen Propheten Gebete der Gläubigen auf verschiedenen Sprachen verrichtet. Diese Leute hoffen auf das Wunder und träumen den Strahl der Heiligkeit anzurühren.

Bis vor kurzem existierten noch außer Samarkand vier Mausoleen des Propheten Daniil: Mosul (Irak), Jerusalem (Israel), Susa (Israel) und Istanbul (Türkei). Aber bald war das Grab des Heiligen im Irak von den Freischärlern zerstört. Bis jetzt ist es unerklärbar, was der Grund für solch eine Barbarei sein könnte. Aber jetzt werden die bleibenden Mausoleen des Propheten noch mehr beschützt.


© Copyright gehört dem Reisebüro «Central Asia Travel». Kopieren und Benutzung dieser Information ist nur mit Urhebererlaubnis möglich.

nach oben

TOUR ORDER

×

Tour name *

Name/Vorname *

Citizenship

Tel.

Skype  

E-Mail * 

Number of
participants: 

Accommodation on the route:



Preferable form of communication:

Comments, wishes on the program:



send_to_friend

×




WEBSITE SUCHE

NEUES AUF DER WEBSITE