Geschichte des Iran. I. Teil

 

Iran ist ein Land mit sagenumwobener Vergangenheit. Hier fanden Verteidigungs- und Eroberungskriege, Revolutionen, Aufstände und ihre heftige Niederwerfung, Hinrichtungen statt; aber gleichzeitig wohnten und schafften hier die großen Geister jener Zeit; die Kultur und Kunst sind aufgeblüht, es wurden prächtige Architekturdenkmäler gebaut, die bis heute mit ihrer Schönheit alle überraschen. Hier regierte eine Menge von Dynastien! Jede Dynastie hatte eigene Gesetzte und Regeln, die man nicht verletzen durfte. Stimmt, Persien hat viel erlebt, bis es sich in ein Land verwandelt hat, das alle heute kennen.

Geschichte des Iran teilt man oft in zwei Perioden: vormoslemische und moslemische selbst. Die Islamisierung der iranischen Gesellschaft hat zu Grunveränderungen ihrer kulturellen, sozialen und politischen Struktur geführt. Aber nach der Islamisierung sind alle Menschenwerte geblieben. Und die hatten einen großen Einfluß auf neue Kultur, die einige Wissenschaftler “Iranischen Islam” nennen. Im modernen Iran sind zahlreiche vormoslemische Sitten und Bräuche aufbewahrt. Im Laufe des XVI.Jht. gab es viele Versuche diese uralten Sitten und Bräuche zu wiederbeleben. Letzter Versuch wurde während der Regierung der Pahlavi Dynastie gemacht.

Die Achämeniden
Die Herrschaft der Achämeniden dauerte von ca. 559 v. Chr. bis 330 v. Chr. Kyros der Große gründete als persischer König (Schah) das erste Weltreich der Geschichte, das altpersische Großreich. 539 v. Chr. wurde Babylon eingenommen und das neubabylonische Reich der Chaldäer besiegt. Ägypten wurde dem Achämenidenreich 525 v. Chr. eingegliedert. Erweiterung des Reiches begann während der Regierung des Kyros II. und des Dareios der Große (von 521 v. Chr. bis 486 v. Chr.). Er zeichnete sich durch sein enormes militärisches Können aus und siegte im ersten Jahr seiner Herrschaft in 19 Schlachten in einem Gebiet, welches so groß wie ganz Westeuropa war. Weiterhin schuf er sich durch seine weise Politik und Toleranz einen Namen. Damals lag der Reich vom Klein-, Zentralasien und Ägypten bis zum Indus.
Um 500 v. Chr. erhoben sich die Griechen gegen die persische Herrschaft, womit die Perserkriege eingeleitet wurden. Der Aufstand wurde 494 v. Chr. mit der Zerstörung Milets niedergeschlagen. Hier standen sich zwei Ideologien gegenüber: Die Iraner vertraten die Reichsidee unter Wahrung der nationalen Identitäten während die Griechen die Stadtstaaten-Idee (Polis) unter völliger Unabhängigkeit bevorzugten. Von 486 v. Chr. bis 465 v. Chr. regierte Xerxes I.. 450 v. Chr.–404 v. Chr. erfolgten Aufstände gegen die Achämeniden in Ägypten, Syrien und im Kernland des Reiches. Von 359 v. Chr. bis 338 v. Chr. stand das Reich unter der Herrschaft von Artaxerxes III.

Zu den wichtigsten historischen und archeologischen Denkmälern dieser Periode gehören die Ruinen von Persepolis, Perserhauptstadt (anders Techte-Dshemschid), Gruft vom Kyros II. in Pasargad und natürlich die Bechistun Inschrift des Dareios I am Fels. Persepolis wurde vom Alexander der Große nach der Eroberung Irans verbrannt; das führte zum Untergang des Achämenidenreiches.

Viele Historiker meinen, daß der altpersische Prophet Zarathustra genau am Anfang des Achämenidenreiches wohnte und predigte. Einen großen Einfluß aufs Achämenidenreich hatte die Mesopotamien Kultur. Die Achämeniden selbst haben zur Entwicklung des Gebietes vom Indus bis zum Ägypten beigetragen. Sie waren die ersten, die die Konzeption der weltweiten Regierung und des Weltstaates ausgearbeitet hatten. Schriftliche Funde dieser Periode sind fast nicht aufbewahrt, denn der Alexander der Große befahl alle persischen Werke ins Griechisch und Koptisch zu übersetzen und die Urfassungen zu vernichten einschließlich Avesta, das heilige Buch von Zoroastriern.

Die hellenistische Periode
Nach dem Untergang des Achämenidenreiches 330 v.Chr. und vor der Gründung des Sasanidenreiches (Neuperserreich) 224 v.Chr. erlebte Persien Niedergeschlagenheit und seine Kultur verfiel. Seit den Feldzügen des Alexander der Große und bis zum Gründung des Partherreiches (248 v.Chr.) befand sich Persien unter Gewalt der griechischen Seleukidendynastie und gehörte zum gleichnamigen Reich. Damals verbreiteten sich Griechisch und seine Kultur in Iran unter den “Upper ten”. Wiederum hatte iranische Kultur einen Einfluß auf griechische Umsiedler. Aber das geschah nur in solchen Gebieten, wo es keine großen griechischen Gemeinden gab. Die rein persische Kultur blieb nur im Süden in der Pars Provinz, im Herzen des Achämenidenreiches.

Das Partherreich
Nach der hellenistischen Periode befand sich Iran unter Gewalt des Partherreiches. Partherkönige gehörten zur Arsakidendynastie; sie erklärten sich Nachfolger der Achämenidendynastie. Die Parther nahmen Elemente der hellenistischen Kultur auf und konnten sich, trotz mehrerer Niederlagen (besonders im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr.) gegen das römische Reich behaupten. Genau in dieser Periode entstanden das iranische Volksepos, viele heroische Motive und handelnde Personen, z.B. Rustem, den man “der iranische Herakles” nannte. Schon nach der Islamisierung hat der bekannte persische Dichter Firdausi diese Motive in seiner Poem “Schahnome” (Buch der Könige) widerspiegelt. Dennoch besaß diese Dynastie nicht so viel Achtung unter Iranern wie die Achämeniden und Sassaniden. Sogar Firdausi äußerte sich mit Geringschätzung über sie

Während des Partherreiches wurde Feudalismus stärker. Das führte zur Abschwächung des Reiches, Kriegsniederlagen und letzten Endes kam die Sassanidendynastie zur Macht.

Die Sassaniden
Während der Regierung der Arsakidendynastie herrschten kleine “Fürsten” in Persien; damals herrschte hier Zerrisenheit unter Feudalen. Im Stakhr “Fürstentum” (anders Istakhr) regierte lokale Besrendzhy Dynastie. Sassan, der von hoher Abkunft war und zur Frau eine Vertreterin der Besrendzhy Dynastie hatte, war Vorsteher des Feuertempels in Stakhr. Sein Sohn Papak benutzte seine Stellung für Erhöhung seines Sohnes Ardaschir. Ardaschir I. war später Gründer der Sassanidendynastie. Zwischen dem 224 und 226 n.Chr. wurde der letzte König des Partherreiches, Artaban V., zerschmettert. Man vermutet, daß der Ardaschir I. die uralten Grenzen Irans wiedereingesetzt hat. Aber die tatsächliche Grenzenerweiterung war schon während der Regierung des Schapur I., Sohn des Ardaschir I; damals haben die Grenzen sich bis zum West China verbreitet einschließlich Transkaukasien und Pandschab. Schapur I. kämpfte gegen Römer und nahm Valerian, den römischen Kaiser, gefangen. Damals kämpfte er ständig mit Römern und später mit dem Byzantinischen Reich.

Während der Sassanidendynastie entwickelten sich die Städte selbst und die Zentralgewalt verstärkte sich. Damals entstand das Zoroastrismus, offizielle Religion Persiens, und das vierstufige System der Verwaltungseinteilung; es existierten vier Hauptschichten (Schichtenbildung der Gesellschaft). In dieser Zeit entstand auch das Christentum. Gegen es kämpften die Zoroastrismus-Priester und entstanden solche oppositionelle religiöse Bewegungen wie Manichäismus (es war eine antike offenbarte Religion; das aktive Bemühen ihrer Vertreter, die Weisheit und das Wissen anderer Religionen, Kirchen und Traditionen aufzunehmen, wird oftmals als Synkretismus bezeichnet; sie ist benannt nach ihrem Gründer, dem Perser Mani (216–276/277). Die Lehre des Mani wird des Öfteren als die der zwei Naturen (oder Substanzen, Prinzipien) und drei Zeiten (oder Epochen) bezeichnet. Die zwei Naturen sind die des Lichts und die der Finsternis, und die drei Zeiten sind die Zeit, in der beide Naturen getrennt waren, dann die Zeit, in der sie vermischt sind, und dann die Zeit, in der sie wieder (endgültig) getrennt sein werden) und Mazdakiten (Masdakiten (um 500) waren eine religiöse Gruppierung, die das persische Sassanidenreich über mehrere Jahre hinweg in Unruhe versetzte; es handelt es sich bei ihnen um eines der rätselhaftesten Phänomene der spätantiken Geschichte, denn es sind fast alle entscheidenden Punkte – Namensgeber, Ziele oder die Beziehung zum persischen Großkönig Kavadh I. – umstritten; eine sichere Rekonstruktion der tatsächlichen Vorgänge sowie der Ziele der Mazdakiten ist aufgrund der komplizierten Quellenlage fast unmöglich).

Der bekannteste Schah der Sassanidendynastie war Chosrau I. Anuschriwan (wörtlich “Mit unsterblicher Seele”, 531–579 n.Chr.); sein Ruhm blieb im Laufe von vielen Jahrhunderten nach dem Fall der Sassanidendynastie. Er war großer Reformator und interessierte sich für Wissenschaften und Phylosophie; die uralten nicht iranischen Quellen haben diesen Schah mit dem “König-Philosophen” der Platon-Werken verglichen.

Ununterbrochene Kriege gegen Rom waren ein Grund des Falls der Sassanidendynastie. Der erste große Kampf wurde 641 den Arabern verloren. Nachdem der letzte bedeutende Sassanidenkönig Chosrau II. 628 ermordet worden war, versank das Reich im Chaos, was es den islamischen Arabern erlaubte, ab Mitte der 30er Jahre des 7. Jahrhunderts, Persien zu erobern. Sie besiegten die sassanidischen Heere, der letzte Sassanidenkönig Yazdegerd III. starb 651. Es kam schließlich, wenn auch eher langsam, zu einer Bekehrung der Bevölkerung zum Islam; noch in den 50er Jahren des 7. Jahrhundert kam es zu mehreren Aufständen der Perser gegen die Fremdherrschaft, die aber niedergeschlagen wurden. Das sassanidische Persien, mit seinem Hofleben und Verwaltung, war auch ein wichtiges Vorbild für das Kalifenreich, besonders unter den Abbasiden.

Lokale Dynastien und persische Wiedergeburt
Nach dem Ausbau des Arabischen Kalifats kontrollierte die Zentrale seine Provinzen schon weniger und das führte zur Enstehung lokaler herrschender Dynastien in Iran. Erste solche Tahiriden Dynastie herrschte in Khorasan zwischen dem 821 – 873 n.Chr. Danach kam die Saffariden Dynastie ans Ruder, die in Khorasan, Kerman, Fars und im Süden Irans herrschte. Am Ende des IX.Jht. trat die Samaniden Dynastie die Regierung an, die sich Nachfolger des Partherheerführer Bachram Tschubin erklärte. Diese Dynastie herrschte hier ca. 50 Jahre; ihre Macht verbreitete sich vom Iran Hochland bis zum Sargos Gebirgskamm und Aralsee. Während der Regierung des Nasr ibn Akhmed mit dem Zentrum in Buchara wohnte und herrschte der bekannte Dichter Rudaki.

Alle obenerwähnten Dynastien kamen zur Regierung auf dieselbe Weise: ihre Gründer waren Statthalter, die ihre Macht bei Lehnsherren ergriff. Später herrschten noch zwei Dynastien: die Siyariden Dynastie in der II.Hälfte des X.Jht. kontrollierte das Kaspische Meer und machte sich ihren Namen als Gönner der Literatur und Kunst. Besonders bekannt war Unsur al-Maali (Key Kawus), Autor des Buches “Kabus-Name”, einer moralisierenden Fabelsammlung. Ein Trauermonument seinem Großvater Kabus ibn Waschmgir, arabischem Schriftsteller, wurde 1007 gebaut und ist bis heute in der süd-ostlichen Küste des Kaspischen Meeres aufbewahrt.

Während der Regierung der Siyariden Dynastie wurden berühmt: Avicenna, bekannter Arzt, Philosoph und Musikant, und Dakiki, ein Gründer der modernen persischen Literatur.

In Zentrum Irans im X.Jht. herrschte die Bujiden Dynastie. Sie eroberte Khamadan, Rey, Isfakhan, Husistan, Fars und Bagdad aber erkannte geistliche Macht des Khalifs der Abbasiden Dynastie an. Die Bujiden waren Schiiten; diese Dynastie war die erste, die zu Ehren des dritten Schiitenimam Khuseyn ibn Ali in Trauer ging, der 680 n.Chr. getotet wurde.

Die Gaznawiden und Seldschuken Dynastien
Im VIII.Jht. haben die Turknomaden ins Iran Hochland gedrungen. Nach dem Übergang zur Sesselität herrschte hier eine iranisch-islamische Kultur; Königspaläste wurden auf Sassaniden Art gebaut. Ein der Stammeshäuptlinge, Alp-Tegin, diente der Samaniden Dynastie, gründete die Gaznawiden Dynastie und wurde 962 Herrscher eines Staates mit der Hauptstadt Gaznawi. Diese Dynastie herrschte über Jahrhundert.

Makhmud Gaznawi (998–1030) behauptete viele Siege in Indien und machte viele Beuten. Er kontrollierte Territorium vom Indien bis zum Mesopotamien. Während der Regierung dieser Dynastie schafften viele begabte Wissenschaftler und Dichter einschließlich Firdausi, Autors des bekannten iranischen Epos “Schahname” (Buch über Könige).

Makhmud Gaznawi siedelte einen starken Ogus Stamm in Khorasan an. Dieser Stamm erregte einen Aufstand und richtete die Gaznawiden Dynastie zugrunde. Der Ogus Stammeshäuptling Togrul-Bek ging nach Westen und erlangte den Sultan Titel; danach erklärte er die Hauptstadt seines Staates Rey und gründete die Seldschuken Dynastie.
Diese Dynastie war echt moslemisch und eroberte lokale Herrscher; sie führte viele Jahre ununterbrochene Kriege zur Stärkung ihrer führenden Lage. Zwei besonders bekannte Vertreter dieser Dynastie waren: Alp-Arslan (Regierungsjahre: 1063–1072) und Melik Schah (Regierungsjahre: 1072–1092). Sog. Hauptminister (“Wisir”) bei ihnen war Nisam al-Mulk, Autor des unsterblichen Traktates “über Staatregierung”. Es war damals eine Blütezeit für Architektur; es wurden zahlreiche Moscheen, Medresen, Paläste und öffentliche Gebäude gebaut. In dieser Zeit schafften Omar Khayam, Makhammad Gasali, Farid ad-din-Attar. Die herrschenden Sultane waren strenggläubige Sunniten und setzten Schiiten der Verfolgung aus.

Es gab damals viele Aufstände in Provinzen und Einfälle anderer Turkstämme, die nach Westen gingen. Ende des ersten Viertels des XII.Jht. begann das Reich des Togrul-Bek zu zerfallen. Im weiten Nord-Osten machten sich die Choresm Statthalter selbständig und gründeten die Choresm-Schahs Dynastie. Später herrschte ein Zweig dieser Dynastie in Kerman im Süd-Westen Irans selbständig.

 

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